Mein Hühnerhof

Was geschieht eigentlich mit den Brüdern der Legehennen? Eine Frage, die wir gelegentlich gestellt bekommen und auf die wir ehrlich gesagt keine zufriedenstellende Antwort haben. Da gibt es die verschiedenen Bruderhahnprojekte, die alle darauf ausgerichtet sind, über einen höheren Eierpreis die Aufzucht der männlichen Küken zu subventionieren. Diese Eier, die die Aufzucht der Bruderhähne querfinanzieren sollen, verkaufen sich trotz des höheren Preises sehr gut, aber: Die Kund*innen kaufen sich frei, das eigentliche Problem wird einfach weitergereicht. Denn die Vermarktung der Bruderhähne ist für die Betriebe oft mit großen Problemen verbunden. Es werden also Tiere mit wertvollem Biofutter aufgezogen, die niemand wirklich haben will und die deshalb zum Teil sogar in die konventionelle Vermarktung gehen.

Seit Jahren werden für geflügel- und schweinehaltende Betriebe  Ausnahmegenehmigungen zum Einsatz von 5 % konventionellem Futter in der Ration (statt den in der Öko-Verordnung vorgesehenen 100 % Biofutter) verlängert, für die fachlich überhaupt keine Notwendigkeit besteht. Betrachten wir die Aufzucht der Bruderhähne, werden mit diesem teilweise konventionell erzeugten Futter Tiere aufgezogen, die Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht nachfragen. Die gängige Praxis der Aufzucht von Bruderhähnen, die sich als Reaktion auf das sinnlose Töten männlicher Legehennengeschwister etabliert hat, hinkt, denn nun hat man große Bruderhähne - die immer noch keiner haben will. Eine ethische Sackgasse?

Vielleicht liegt die Lösung in der frühen Geschlechtsbestimmung im Ei, auf jeden Fall aber muß aber die Zucht der Zweinutzungsrassen (Rassen, die etwas weniger Fleisch ansetzen und Eier legen, sich aber sowohl für die Nutzung als Legehenne als auch als Masthähnchen eignen) weiter forciert werden.

Wir Biobauern haben noch viele Baustellen, über die wir offen und ehrlich reden sollten und an denen wir mit Sachverstand und ökologischer Überzeugung arbeiten müssen. Und das ist es, was wir mit "Mein Hühnerhof" machen wollen:
Solange es eben jene Zweinutzungsrassen nicht gibt, wollen wir Verbraucher*innen die Möglichkeit geben, im Rahmen des Projektes Mitverantwortung zu übernehmen und den ganzen Produktionszyklus zu unterstützen und begleiten. Sie als Verbraucher*in erwerben ein Genussrecht (im wahrsten Sinne des Wortes!) und erhalten über die gesamte Legeperiode (76 Wochen) einer Henne 5 Eier pro Woche, am Ende des Zyklus' das Suppenhuhn und den Bruderhahn. Ganz so, als hätten Sie Ihren eigenen kleinen Hühnerhof!

 

"Mein Hühnerhof" (ein Genussschein) kostet vorläufig 245 €.

Da wir bisher keine eigenen Erfahrungswerte haben, welche Kosten im Rahmen des Projektes entstehen, haben wir hier mit Zahlen anderer Landwirt*innen kalkuliert.

 

Selbstverständlich können Sie sich davon überzeugen, dass es Hahn und Henne auf unserem Kastanienhof gut geht!