#DasLandverbrennt

#dasLandverbrennt ist ein gemeinschaftlicher Hashtag (#), mit dem initiiert von der Arbeitsgemeinschaft für bäuerliche Landwirtschaft (AbL e.V.) in sozialen Medien auf die Auswirkungen der Dürre und der Klimakrise auf die hiesige Landwirtschaft hingewiesen wurde. Das war unser Beitrag: 

 

Gestern haben wir überlegt, Kleegras umzubrechen und das Land auf die Winteraussaat vorzubereiten. Wir haben es gelassen. Die Trockenheit hat tiefe Risse in vielen unserer Felder hinterlassen; der Boden kann in dem Zustand keinen Tropfen Regen aufnehmen.

Wir warten so dringend auf Regen, und haben mittlerweile doch auch fast ein bisschen Angst. Der Starkregen, der in Teilen von Deutschland mit 40-100l je qm angesagt ist, würde auf frisch bearbeiteten Flächen ohne Vegetation zu krassen Erosionsereignissen führen. Wusstet ihr, dass im Schnitt pro Jahr und Hektar 1,4-3,2 t (!) fruchtbarer Boden mit Wind und Wasser abgetragen werden? Regional gehen bis zu 50 t je ha verloren, das sind 5 mm jedes Jahr. Je trockener ein Boden, desto weniger Wasser kann er aufnehmen. Starkregen auf ausgedörrtem Boden bedeutet also sicher den Verlust wesentlicher Mengen fruchtbaren Bodens und damit unserer Lebensgrundlage als Landwirt*innen, aber auch der gesamten Gesellschaft. 

Es ist unsere Aufgabe, uns der Klima- und Biodiversitätskrise zu stellen, Lösungen zu entwickeln. Wir sind, wie viele Berufskolleg*innen auf der Suche. Probieren. Experimentieren. 

Der Druck allerdings steigt, denn Jahre wie diese werden dazu führen, dass sich wieder mehr dazu entscheiden, der Landwirtschaft den Rücken zu kehren. Weil das Futter nicht reicht und Tiere, wie schon 2018, notgeschlachtet werden müssen. Weil die steigenden Betriebsmittelkosten bei sinkenden Erträgen die eh schon finanziell angespannte Lage mancher Betriebe aussichtslos macht. Weil die Ohnmacht gegenüber einer Politik, die mehr Interesse an der Dokumentation als am Erfolg von Maßnahmen hat, übermächtig wird. Weniger Betriebe heißt auch: Weniger kluge Köpfe, die sich dem Problem stellen können. Weniger Vielfalt in der Landschaft. Weniger Nahrungsmittelproduktion und Wertschöpfung vor Ort. 

 

Landwirtschaft ist Leidtragende und Verursacherin der Klimakrise. Und Teil der Lösung. Landwirtschaft denkt in Generationen, wir wollen zukunftsfähig sein! Aber es braucht Rahmenbedingungen, die das ermöglichen und eine Gesellschaft, die die dringend notwendige Transformation des Ernährungssystems mitträgt. Vielen Dank an alle, die den Weg mit uns und anderen gehen.

 

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