Frühlingsgefühle

Auch, wenn der Winter kurzzeitig zurück zu sein scheint, spürt man im Feld und auf dem Hof doch eine frühlingshafte Aufbruchsstimmung. Ackerbohnen und Hafer sind schon gesät, als nächstes kommen Lupinen, Sommergerste, Sojabohnen und zuletzt der Buchweizen in die Erde. Heute fahren wir den Hühnermist aus - über Winter hat sich einiger angesammelt, der jetzt ausgebracht werden darf und den Pflanzen die nötige Kraft für das intensive Wachstum in dieser Jahreszeit gibt. Und im Garten waren wir fleißig und haben Erdbeeren gesucht, Disteln, Löwenzahn und Vogelmiere haben sich schon so breitgemacht, dass die Ableger aus dem letzten Jahr teilweise kaum zu sehen sind. Daneben haben wir begonnen, den Hühnerauslauf aufzuräumen und neu zu begrünen. Schon im letzten Jahr haben wir im alten Auslauf viele Holunderbüsche gepflanzt, in diesem Jahr sollen es noch einige mehr werden, die den Hühnern Schutz und Schatten bieten, gleichzeitig aber auch die Nährstoffe aus den Ausscheidungen nutzen, damit sie nicht übermäßig ins Grundwasser ausgewaschen werden. Auswaschung von Nährstoffen aus tierischen Ausscheidungen sind ein großes von der Landwirtschaft maßgeblich mitverursachtes Problem. Gerade Ökobetriebe, die ihren Tieren Zugang zu einem Auslauf ermöglichen müssen und wollen, müssen hier an einer Lösung arbeiten, denn vor allem im stallnahen Bereich kommt es zu wesentlichen Austrägen ins Grundwasser.  In einem Projekt mit der Uni Kassel wird auf unserem und weiteren Betrieben nach einer Lösung für dieses Problem gesucht, indem die Aufnahmefähigkeit verschiedener Einstreumaterialien im stallnahen Bereich sowie deren Einfluss auf die Gesundheit der Hennen überprüft wird. Die Einstreu kann dann als Dünger auf die Flächen ausgebracht und gezielt verwendet werden. Dazu werden wir bald noch einmal mehr berichten.

Vielleicht hat  der eine oder die andere schon die Hütten auf der Fläche gegenüber des Hofes und rechts von der Einfahrt gesehen. Die große Nachfrage nach unseren Weidehähnchen hat dazu geführt, dass wir die Ställe etwas vergrößert und "ausgelagert" haben. Ab Juni können wir deshalb alle vier Wochen Hähnchen für Endverbraucher*innen, alle zwei Wochen für die Gastronomie (unsere Hähnchen bekommt man lecker zubereitet im Weissenstein in Kassel und Chattenturm in Wolfhagen) anbieten.

Jetzt sind nur noch die Küken und wärmebedürftigen Jungtiere im festen Stallgebäude. Mit 6 Wochen werden die Weidehühner dann in die Hütten umgestallt. Gegenüber des Hofes sollen die Ställe dann regelmäßig versetzt werden. Das vermindert die problematischen Nährstoffeinträge und führt dazu, dass die Hühner immer frisches Grün zur Verfügung haben. Momentan sind aber alle Tiere im Stall. Die Mitte März verhängte Stallpflicht zum Schutz vor der Geflügelgrippe betrifft leider auch uns. Vorerst müssen fast alle unsere Tiere daher drin bleiben. Nur die Herdenschutzhunde Ida, Tomte und Karlsson bewachen weiterhin den Auslauf. Ich denke aber, wir alle (Menschen und Hunde) freuen uns, wenn die Hühner wieder raus dürfen - auch, wenn sich die Grasnabe im Auslauf in dieser Zwangspause endlich mal wieder regenerieren kann.

 

Bleibt festzuhalten: Wer Interesse an einem frischen Weidehuhn vom Kastanienhof hat, hat das nächste Mal leider erst im Mai die Gelegenheit dazu. Alle Hühner zum nächsten Schlachttermin Ende April sind bereits ausverkauft. Ab Juni wird es häufiger Hähnchen geben. Wer über Schlachttermine informiert werden will, kann sich über post@unser-kastanienhof.de für die Infomail registrieren.

Ansonsten wünschen wir allen viele Frühlingsgefühle!