Im Märzen der Bauer...

Wir sind schon seit einiger Zeit aus der (temperaturbedingt) nicht sehr tiefen Winterruhe erwacht. Mittlerweile geht es wieder richtig rund auf dem Hof. Die Natur erwacht, der Boden wird warm, Bäume ergrünen und blühen, alles lebt nach diesem weitestgehend tristen, graunassen Winter auf. 

 

Die meisten Flächen zur Frühjahrsaussaat waren mit Zwischenfrüchten bestellt, um den Boden im Winter vor Erosion zu schützen. Wind und Wasser tragen in Deutschland jedes Jahr zwischen 1,4 und 3,6 Tonnen Boden pro Hektar ab, der dann für uns verloren ist. Da der Boden Grundlage unseres Wirtschaftens ist, versuchen wir, ihn bestmöglich zu schützen. Zum Beispiel mit Zwischenfrüchten, die durch ihre Wurzeln einen großen Teil der Erde an Ort und Stelle halten. Je kürzer ein Boden unbewachsen ist, desto besser! Gleichzeitig durchwurzeln Zwischenfrüchte den Boden und lockern ihn auf, bieten Lebensraum für Kleinstlebewesen, reichern Humus, die fruchtbare Schicht im Boden, an und halten Nährstoffe im Boden fest, die sonst durch die Regenfälle ebenfalls in tiefere Bodenschichten verlagert oder sogar ins Grundwasser ausgewaschen werden würden. Eigentlich also eine super Sache. Leider war es danach aber so nass, dass wir lange nicht auf die Flächen konnten. Wenn man zu nasse Böden bearbeitet, zerstört man die Struktur des Bodens und beeinträchtigt wichtige Funktionen; die Pflanzen können wiederum nicht gut wachsen.

Vor einer Woche konnte es dann aber doch losgehen, wir haben gepflügt oder die Flächen mit Grubber und Scheibenegge bearbeitet (das sind nicht so tiefe Bearbeitungen). Hafer und Ackerbohne sind gesät, wenn es noch etwas wärmer wird, folgen dann Sommergerste und Lupinen. Ende April kommen die Kartoffeln, Anfang Mai die wärmeliebende Sojabohne und zum Schluss der extrem frostempfindliche Buchweizen. Durch die neue Sätechnik konnten wir die Bohnen endlich so tief ablegen, wie sie das eigentlich gerne wollen, das heißt, sie haben nun bessere Keimungs- und Wachstumsbedingungen als in den Jahren zuvor und auch eine kurze Frostperiode wird den Bohnen nichts anhaben können, weil sie tief genug in der Erde sitzen.

Auch das GPS-System, das wir seit letztem Herbst haben, kam zum Einsatz. Dadurch können wir sehr präzise fahren und sparen so am Ende wertvollen Diesel und Emissionen, belasten den Boden weniger und haben letztendlich mehr Zeit für andere Dinge!

 

Neben der Feldarbeit gibt es natürlich auch noch unsere Hühner, die, ganz unbeeindruckt vom Weltgeschehen, weiterhin fast jeden Tag ein Ei legen - unser Laden ist jederzeit gut bestückt (und wenn nicht, ruft uns an!).

 

Zum Schluss gibt es noch einige Neuerungen im Team: Marius macht seit März seine Ausbildung bei uns und bald kommt Lea, um ihr Vorpraktikum für ein Studium in Witzenhausen bei uns zu absolvieren. Wir freuen uns sehr, gerade so viele (für unsere Verhältnisse) zu sein, da können wir im kommenden Jahr sicherlich das ein oder andere neue Projekt in Angriff nehmen!