Sommer und kein Ende

Der Sommer 2018 war sehr entspannt, wir konnten unser Getreide und die Bohnen trocken einbringen und waren mit der Haupternte bereits Anfang August fertig. Während die Erträge beim Winterweizen, Roggen und Dinkel überraschend gut ausfielen, haben die Sommerungen deutlich mehr unter der Trockenheit gelitten und die Erträge blieben unterdurchschnittlich. Insgesamt sind wir hier in Nordhessen aber mit einem blauen Auge durch die Trockenheit gekommen und glücklicherweise auch von den schweren Unwettern verschont geblieben. Allerdings hatte die regenarme, bzw. nahezu regenfreie Zeit nicht nur auf die erst im Frühjahr ausgesäten Kulturen (=Sommerungen) einen negativen Einfluss, sondern auch im Grünland und beim Kleegras gab es deutlich weniger Ertrag, am besten kam die tiefwurzelnde Luzerne, ebenfalls eine Futterpflanze, mit der Trockenheit klar. Die Kartoffeln sind ebenfalls kleiner und weniger als sonst, aber trotz allem besser als erwartet. Unsere erstmals angebauten wärmeliebenden Sojabohnen haben gut Schoten angesetzt, aber wir dürfen gespannt bleiben, wie Kornertrag und Qualität ausfallen werden. Sie brechen jetzt schon zusammen, obwohl sie eigentlich noch vier Wochen länger Vegetation bräuchten. Wir freuen uns schon auf die Ernte aus diesem Erstversuch: Ab Herbst kommen dann, wenn alles gut geht, mehr als zwei Drittel unseres Futters für die Hennen von unseren eigenen Flächen - und wir arbeiten weiter daran, diesen Anteil stetig zu erhöhen: In der Region für die Region. Dazu passt auch die Inbetriebnahme der neuen Solaranlage, mit der wir mehr als die Hälfte unseres Stroms selbst produzieren. Die Bodenbearbeitung haben wir sehr flach gemacht, um Wasser zu sparen, denn während eine flache Bodenbearbeitung den kapillaren Wasseraufstieg und die Verdunstung unterbindet und somit Wasser im Boden hält, wird bei einem beispielsweise durch Pflugeinsatz tiefengelockerten Boden eine große Menge an Erde freigelegt, die in der Folge sehr viel nachhaltiger austrocknet. Mit der Aussaat der Zwischenfrüchte warten wir jetzt noch auf einen schönen Regen, damit die Pflanzen beste Wachstumschancen bekommen. Hühner und Hähnchen haben den Auslauf in diesem Sommer nur morgens und abends richtig genutzt, in der Hitze sind sie am liebsten im Stall geblieben. Bis jetzt sind Sie aber gut durch den Sommer gekommen. Ida und Tomte, unsere beiden Herdenschutzhunde, haben sehr gut aufgepasst - die Probleme mit sehr hohen Verlusten durch Greifer und Füchse, Marder oder Waschbären sind dank den beiden glücklicherweise fast schon vergessen. Jetzt warten wir alle auf ein wenig Abkühlung und einen schönen Landregen.